Die Remlinger Eierlaufsrute
2-3 Wochen vor dem Eierlauf fahren die Eierlaufsburschen in den Wald, um frische Birkenruten zu "fällen". Die Wahl des Ruten- Materials fiel damals wahrscheinlich deshalb auf die Birke, da diese reichlich vorhanden war und gleichzeitig schnell nachwuchs.
Beim Auswählen der richtigen Rute, ist vor allem auf einen geraden Wuchs ohne Astgabelungen zu achten, auf das Vorhandensein von genügend Einzelästchen, sowie auf eine "Manns"-Höhe (1.80 - 2.00 Meter). Zu Hause wird die junge Birke dann nach alter Tradition geflochten.
Dabei werden zunächst die einzelnen Ästchen an den Zweigen immer abwechselnd einmal im und eimal gegen den Uhrzeigersinn um den Zweig gebunden. Zur Stabilität werden an den Enden dann Wäscheklammern befestigt.
Sind alle Zweige fertiggeflochten, wendelt man im gleichen Stil von unten nach oben dieselbigen um den jungen Birkenstamm. Dabei werden die Wäscheklammern entfernt. Wurde die Rute richtig geflochten, muss man sie nur an einer Stelle, nämlich ganz oben mit einer Schnur zusammenbinden. Anschließend wird die Rute an eine warme, gut mit Tageslicht versorgte Stelle in einem Wassereimer gelagert. Bis zum Eierlauf sprießen aus den Knospen kleine grüne Blättchen hervor - fertig ist die Original Remlinger Eierlaufsrute.
Sollten in der Karwoche noch keine Blättchen an der Eierlaufsrute zu finden sein, so empfehlen die Eierlaufsburschen eine Aspirin +C in das Rutenwasser zu geben.
Am Eierlauf selbst schmücken die Eierlaufsburschen ihre Ruten dann noch mit bunten Bändern.
Der Remlinger Eierlaufstein
In früheren Jahren stand an Stelle des Eierlaufsteines - eine Stelle zwischen Remlingen (Lkr. Würzburg) und Birkenfeld - ein Bildstock und ein Baum. Dieser wurde als Anschlagpunkt für das Ei des Läufers genutzt. Erst im Jahr 1984 wurde der Eierlaufstein in seiner heutigen Form an die Stelle des Bildstockes gebracht. Schöpfer des Eierlaufsteines ist Hans Fünkner.
Die Remlinger Eierlaufviertel
Lange Jahre sammelten alle (damals 60 bis 70) Burschen zusammen die Eier im Dorf ein. Mit Zunahme der Einwohner - Remlingen, bei Würzburg, hat inzwischen ca. 1500 Einwohner in ca. 650 Haushalten - und der gleichzeitigen Abnahme der aktiven Eierlaufsburschen, musste das Dorf in verschiedene Viertel eingeteilt werden . Diese Viertel heißen:
- Zentberg-Viertel (sprich: Zamberri) ist alles was auf dem gleichnamigen Berg liegt.
- Köhler-Viertel: Dort lebten die Familien Köhler
- Greußen-Viertel (sprich: Groise) liegt am nähsten zur Nachbargemeinde Greußenheim
- Schwarze-Viertel: Hier lebten überwiegend konservativ denkende Menschen. Das Schwarze Viertel wurde später noch einmal unterteilt. Name: Yankee-Hälfte (sprich: Jängki) Dort lebten viele US-Amerikaner.
Weitere Besonderheiten
Eierlaufschrei, Eierlaufhase, Eieraustrinken


